Dienstag, 24. Juni 2014

Ein abschließender Blick zurück!

Liebe Freunde,

leider habe ich in letzter leider etwas das bloggen verpennt, nicht desto trotz habe ich mehr als genug zu erzählen. Morgen ist jedoch der letzte Tag in Sydney, danach verlasse ich diese schöne Stadt in das warme Cairns, wo mich warmes Wetter, weiße Strände und das Great Barrier Reef erwarten. Vorher jedoch möchte ich noch einmal die Zeit in der Großstadt reflektieren und euch zeigen will, warum ich so lange hier geblieben bin.
Es fing alles damit an, dass ich eine Wohnung gefunden hab, wo ich einen unglaublichen Ausblick und ebenso tolle Mitbewohner habe, keine 10 Min. von jeweils meiner Arbeit und dem Darling Harbour wohne ich zurzeit im 7. Stock auf der Pyrmont St. 233 mit direktem Blick auf die Skyline von Sydney und dem Darling
Harbour. Hier lebte ich zusammen mit einer Italienerin, einer Französin, einer Japanerin und einem Japaner, einer Irin und einem Brasilianer gelebt. Ich habe mir hier das Schlafzimmer geteilt, was für mich kein Problem war, da ich 90% der Zeit auf der Arbeit oder bei anderen Locations verbringe und das Wohzimmer groß ist.
Zusammen, war das eine super Truppe, die sich zurzeit Stück für Stück leider auflöst.
Dazu kommt noch, dass kurz nach meiner Ankunft Mikko Huatari, der Finne, Niklas Jakobsen, der Schwede und Marcel, ein weiterer Deutsche zu uns in die Firma kamen. Zusammen hatten wir auf der Arbeit mehr Spaß als ich auf jeder Arbeit gehabt habe, wir haben härter gefeiert als jemals zuvor und ich genoß einfach die Zeit. Wer kann schon sagen, dass er mit 20 Jahren in Sydney lebt und machen kann was er will.
Die meiste Zeit verbrachte ich wohl mit Mikko, einem absolut verrücktem Finnen, der 25 Jahre ist, seine Schwester an ihren Freund ausleiht und dafür Geld fürs Pokerspielen im Casino bekommt, oft auch von uns als Pimp (eng. für "Zuhälter") betittelt. Dazu kommt Marcel, der Wakeboardlehrer oder auch der "grumpy German", der hier mit seiner italienischen Freundin ankam, die mittlerweile zu seiner Verlobten geworden ist, wobei es mir eine Ehre war dabei gewesen sein zu dürfen. Er ist eine absolute Partygranate und ist doch tatsächlich so bekloppt und lässt mich mit seinem Auto durch Sydney fahren, einem SUV. Nik... wie beschreibe ich den denn? Okay, Nik kam nach Sydney um seinen Master in Journalismus zu machen und hat eine imaginäre Freundin, da wir noch nie ein Bild gesehen haben, sie soll Französin sein und in London leben, Fantasie hat der Junge. Er backt, kocht und mag die alten 90er Boybands, sowie Phil Collins, alle andere würde ich einfach "schwul" nennen und nie wieder was mit ihn machen aber Nik kauft man das irgendwie alles ab, dazu kommt, dass er unfassbar lustig ist. Zusammen brachten wir uns auf der Arbeit zum lachen und versteckten uns die Arbeitsutensilien. Die beste internationale Jungsgruppe, die ich mir hätte wünschen können. 
Am Freitag hatten wir unsere Abschiedsfeier, da Mikko und ich diese Woche aufgehört haben/aufhören und Nik in 2 Wochen ebenfalls geht. Und ich kann nur sagen, mein lieber Mann! Einen Großteil der Bilder können wir niemanden zeigen, da alkoholmissbrauch klar zu sehen ist. Während gewisse Personen ein pinkes Pony aus Holz mit sich herumtrugen, trugen andere ein tiefsinniges Gespräch auf dem Auto der Chefin aus, der das komplett egal war und die eher darum besorgt war, dass die Leute nicht besoffen genug sind, was eine eindeutige Fehleinschätzung gewesen ist. Nichts desto trotz sind alle Jungs bis auf Mikko am Samstag, manche um 9, andere um 11 zur Arbeit erschienen. Aber da unserer Supervisor im Büro geschlafen hat und erstmal duschen wollte, waren wir unbeaufsichtigt und machten nichts außer uns über den vorherigen Abend zu unterhalten, auszunüchtern und die waagerechte aufzusuchen.
Wenn ich nicht mit diesen Idioten gearbeitet habe, bin ich in mein Fitnessstudio gegangen, was sich ca. 5 Min zu Fuß von mir befindet oder bin mit den Jungs zu einer Kneipe gegangen, da wir einen Großteil unserer Zeit mit Pokerspielen verbracht haben. Nebenbei war ich noch bei der Formel 1 in Melbourne, aber das ist schon so lange her, da muss ich nicht drüber berichten.
Also abschließend kann ich jetzt sagen, dass ich 6 Monate in Sydney gelebt habe, ich jetzt mehr Geld habe als ich je hatte, ich nicht verhungert bin, da ich über ausreichende Kochskills verfüge und das ich viel Zeit im gym verbracht habe. Außerdem verfüge ich jetzt über einen gewissen Italienisch-, Finish, und Schwedischwortschatz und werde auch meinem Weg nach Hause Nik in Amsterdam besuchen und meine nächste Reise geht zu Mikko nach Finnland, außerdem bin ich mit großer Wahrscheinlichkeit bei Marcels und Federicas Hochzeit in Italien eingeladen. Ich hatte in Sydney eine sehr gute Zeit und werde mich immer an diese 6 Monate zurück erinnern. Noch dazu kommt, dass Sydney eine wunderschöne Stadt ist und ich empfehle jedem diese Stadt einmal im Leben zu sehen. Cheers mate!


Melbourne









  

Sydney 






Von Links nach Rechts: Mao, Kazumi (Japan), Claudia (Italien)

 
Von Links nach Rechts: Claudia, Liu und Alex (Brasilien)   



Von Links nach R.: Mikko, Nik, Anika, Marcel (Fast alle in Ryan Gossling Shirts aus unserem Lager)

   

Samstag, 1. März 2014

Eminem Rapture 2014 (22. Feb. 2014)

Es ist gerade 22:23 Uhr in Sydney...
Genau sieben Tage zuvor stand ich in einem riesigen Stadion, umgeben von fremden Menschen, müde vom Stehen und dem andauernden Springen und Wippen. Der Bass dröhnte in meinen Ohren und aus den Boxen hörte ich mir bekannte Songs von Eminem.   

Endlich war es Samstag, Samstag, der 22. Februar 2014, der Tag meines ersten Konzert. Als ich gelesen habe, dass der amerikanische Rapper Eminem nach Australien kommt, war mir sofort klar, dass ich zu einem seiner Konzerte muss. Schließlich saß ich am 31.Oktober um 11:55 Uhr an meinem Laptop in Bundaberg und wartete auf den Verkaufsstart der Tickets und ca. 10 Minuten später war ich der glückliche Besitzer einer 170 AU$-Karte zu dem Stehbereich im ANZ Stadium in Sydney. Seit dem zähle ich die Tage.

Am Morgen ging ich jedoch mit Hasan, meinen mit Mitbewohner, und Sarah, einer guten Freundin aus Mönchengladbach, zum Bondi Beach. Wie ich von meinem Vorgesetzten erfahren habe, findet dort das Bowl-A-Rama statt. Dort soll Tony Hawk, der Skateboardstar, mit weiter Stars der Skateboardszene einen Skateboardcontest bestreiten. Außerdem kostet der Einlass nur 10 AU$, also... warum nicht! Angekommen am fast schon Weltberühmten Bondi Beach, bei strahlenden Sonnenschein, fanden wir mit leichtigkeit das Event und betraten das Gelände. Es fiel auf, dass relativ viele Leute sehr pünktlich zum Contest gekommen sind, da die Tribüne komplett besetzt war und sich davor eine lange Schlange gebildet hat. Wir schlenderten erst(!) um ca 11 Uhr auf das Gelände, weil Hasan und ich natürlich verschlafen haben. Allerdings sahen wir es nicht ein uns am Ende der Schlange anzustellen und so setzten wir uns auf halber Strecke einfach auf den Boden und taten so, als würden wir gerade auf den großen Monitor gucken. Kurz danach stand ich aber langsam auf tat so, als würde ich dort schon immer anstehen- der Warteschlangentrick. Von dort aus konnte ich mir das erste mal bequem das beobachten, was um mich herum passierte. Auf der Wiese vor der Tribüne und der sog. Bowl, einem Art leeren Swimmingpool, in dem die Skater ihre Tricks performen standen zahlreiche Zelte von den verschiedenen Sponsoren und einigen Speisezelten. Schließlich schafften wir es nach ca. einer Stunde auf die Tribüne und schauten uns den Wettbewerb an. Ich bin ja kein großer Skateboardfan, aber was diese Leute mit einem Brett und Rädern alles anstellen können ist schon erstaunlich. Funfakt: Wir haben Toni Hawk nie gesehen, da dieser ert gegen 6 uhr Abends erscheint. Naja es war trotzdem ein Erlebnis und eine gute Möglichkeit meine neue GoPro-Actionkamera einmal auszuprobieren. 




Gegen halb 2 musste ich jedoch schon wieder das Event verlassen, da das Konzert noch bevorstand. So nahm ich Bus, Zug um schließlich in meinem Hostel anzukommen und dort nach einer schnellen Dusche und einem flüchtigen Mittagessen mich mit meinen neugewonnenen Freunden Alex aus Hamburg und Sebastièn aus den Niederlanden, wiel diese ebenfalls auf das Konzert gehen. Ohne Stress ging es zum nächsten Liquor Store, wo wir uns erstmal ein 6-Pack Bier kauften und uns dann in einen Park setzten. Wie sich danach im Zug zum Olympiapark zeigte, waren wir jedoch im Vergleich noch relativ nüchtern. Ein Highlight der Zugfahrt, war aber auch der Neuseeländer, der voller Stolz zeigt, dass er ein paar Frauenaugen auf seinem Hintern tätowiert hat. Endlich angekommen bewegte sich die Masse an Menschen in Richtung Stadion. Das Konzert lief bereits schon seit ca. 2 Stunden, allerdings wollte ich diese Voracts eh nicht unbedingt sehen. Dann, auf halbem Wege sah ich zum ersten Mal das Stadion, mein lieber Man, das nenn ich mal ein Stadion. Das ANZ Stadium, ein Stadion der olympischen Spiele, bietet Platz für ca. 82.000 Besucher, allerdings ist damit nur die Anzahl der Personen auf den Tribünen gemeint. 



Als wir das Stadion erreichten trennten sich unsere Wege, da Alex und Sebastièn einen Sitzplatz gebucht haben, befanden wir uns in zwei veschiedenen Bereichen. Ich ging also zu meinem Gate und hielt meine Karte unter das Laserkreuz und mein Drehkreuz gab den Weg ins Stadion frei. Los ging mein erstes Konzert, ich nahm den Weg nach unten, der Weg führte spiralförmig nach unten wo sich die Katakomben befanden und schließlich betrat ich über einen großen Tunnel das Spielfeld. Langsam gab sich mir der Blich frei auf das innere des Stadions und es bot sich mir ein beeindruckenden Blick auf die großen Dachbauten, die scheinbar unendlichen Weiten der Tribüne und der schieren Ausmaße des Spielfelds. Am anderen Ende des Spielfelds befand sich die Bühne, eine große Schwarze Bühne mit zwei horizontal angebrachten Bildschirm auf dem man den Künstler in Großaufnahme sehen konnte. In diesem Fall sah man das Close-Up von dem US.-Amerikanischen Rapper J.Cole. Ich feier zwar nicht alle seine Lieder aber seine Bühnenshow hat mich wirklich zu einem Fan gemacht, er nahm sich zwischen den Liedern oft Zeit ein par Worte an sein Publikum zu richten, wobei er meist davon sprach, dass diese nacht wichtig für Hip-Hop in Australien ist und jedes Mal wenn er den Namen "Eminem" oder "Marshell Mathers" sagte, schrien die Leute sofort los und  ich war in den Moment auch echt kein Kind von Traurigkeit. Allerdings war es zu der Zeit nicht wirklich voll im Stadion. Nach dem J.Cole ging ich wieder nach Oben um mir ein fades austalisches Bier, Pommes und Cola zu gönnen. Doch als ich gerade alles aufgesammelt habe und es auch nur mit voller Konzentration halten konnte fing Kendrick Lamar an zu spielen. Und zu Kendrick Lamar, meinem schwarzen Bruder kann man nur eins sagen- Er ist verdammt gut! Und er spielte genau dann einen seiner besten Hit "Money Trees" (Sehr empfehlenswert) und alle Leute liefen an mir vorbei Richtung Rampe und Tunnel. Als ich das Spielfeld erreichte war der Stehbereich doppelt so voll und alle gingen schon ziemlich ab. Ich weiß ja nicht wie das bei anderen Konzerten ist, aber bei Hip-Hop Konzerten fordert meist der Sänger dazu auf, dass man die Hände hoch nimmt und dann wippt man im Beat und bewegt dabei den ausgestreckten Arm hoch und runter. Damit haben es auch die Leute über 39 Verstanden. Kendrick stand zu meiner Überraschung um khakifarbenden Mantel + Kaputze auf der Bühne und gab alles. Ich hätte nicht gedacht das er so gut ist. Die Luft vibrierte und alle wippten im Rhytmus des Beats. 




Als er die Bühne mit einem "I´ll be back" verließ, folgte eine 45 Minuten Pause. In dieser Pause wurden alle etwas unruhig. Neben mir fingen Leute an, das komplette Rapbattle aus dem Eminem-Film "8 Mile" zu rappen, und alle machten mit und Applaudierten. Danach brachen spontane Rapbattles aus, die aber eher semi-profesioneller Herkunft waren. Deshalb begannen die Leute damit, sich auf den Schultern von Freunden befindend, in bester Freibadmanier, die anderen von den Schultern anderer zu Stoßen. Was wir bei einem lauten Aufprall sehr gefeiert haben. 



Dann endlich war es kurz vor 15 Minuten nach 9 Uhr, die Zeit wo Eminem auftreten sollte. Während sich so kleine möchtegern Stars wie Rihanna und Justin Bieber gerne Mal um 2-3 Stunden verspäten, schätzen ehemalige arme Rapper wie Eminem noch, was sie ihren fans versanken und so gingen um Punkt 9:15 Uhr die Lichter im Stadion aus und ein Einspieler began. Es senkte sich ein Vorhang und ein weißer Vorhang kam dahinter hervor. Während ein Beat eingespielt wurde zeichnete sich langsam auf dem weißen Vorhang der Name Eminem ab. Als dann noch der Umriss von Eminem als Schatten auf den Vorhang geworfen wurde, rasstete das komplette Stadion aus. Der Vorhang fiel und gab den Blick auf die Bühne frei, dahinter befand sich ein bühnengroßer Bildschirm, worauf während den Lieder verschieden Animationen und Videos abgespielt wurden. Während also das Lied "Survival" eingespielt wird sieht man wie Eminem auf die Bühne springt und alle fingen an zu singen. Es folgte eine Mischung aus alten, neuen. poppigen und aggressiven Liedern. Während man bei einem Lied noch das Licht auf seinem Handy anmachen sollte und ein rießiges Lichtermeer das Stadion erleuchtete, forderte Eminem beim nächsten Lied, dass alle die Mittelfinger in die Luft heben und "I just don´t give a fuck" schreien. Diese bunte Mischung aus alten und neuen Song bewirke, dass man sich vorkam, als wenn man die letzten 20 Jahre der Rapmusik nochmal durchlebt. Es war unglaublich mit welcher Energie Eminem auf der Bühne herumsprang und seine Lieder performte. Ab und zu folgten ansprachen, Eminem hat einem Mädchen zum Geburtstag gratuliert, die kurz danach fast wegen Herzversagen eingeliefert werden musste. Ca. 2 Stunden brannte Eminem ein Rapfeuerwerk ab und hat das ganze Stadion mit sich gezogen. Am Ende spielte Eminem als Zugabe noch "Lose Yourself" und als nach diesem Song die Bühne verdunkelte wurde, folgte noch ein richtiges Feuerwerk über dem Stadion. Was ein geiles Konzert! Das hat meine Erwartungen bei weitem überstiegen und ich hätte mir nichts besseres vorstellen können, was ich mit dem Geld hätte anstellen können. Danach hab ich mir noch ein T-Shirt am Merchandise-Stand gekauft und nahm dann langsam mit Alex und Sebastièn den Zug zurück ins Zentrum. 






Ich bin jetzt definitiv mit dem Konzertfieber angesteckt und werde versuchen öfters zu solchen Events zu gehen. Außerdem kann ich jetzt sagen, dass mein erstes Album Eminem war, danke dafür mama, dass ich das überhaupt kaufen durfte, und mein erstes Konzert ebenfalls das, des Detroiter Rappers gewesen ist. Was ein geiler Tag!


Hasan, Joe und Ich auf dem Weg zum Coles

 


 





Dienstag, 28. Januar 2014

Sydney (16.11.13- 28.01.14)


Jetzt ist mein Blog schon um einen Monat veraltet und in dieser zeit ist viel passiert. Mittlerweile habe ich einen „Alltag“ und kann mit stolz sagen, dass ich in Sydney wohne. Beginnen wir jedoch erst mal damit, wie es dazu kam, denn zu der Zeit wo ich in Sydney landete, war ich nahezu gescheitert und mittellos.


Nachdem ich am Flughafen Sydney angekommen bin, mein Zug zum Hostel nahm und eine Nacht geschlafen habe, begann ich damit, mir meinen CV, also meinen englischen Lebenslauf, auszudrucken und diese an jedem Shop, Café oder Restaurant zu verteilen. 5 Tage verbrachte ich damit, dass ich durch die Stadt lief um mit Managern zu sprechen und bei „Gumtree“ nach Jobangeboten zu suchen. Schön war die Zeit nicht, allerdings habe ich meine lehren daraus gezogen.
Am 3. Tag meiner Jobsuche, sah ich eine Online-Jobangebot von einem Warehouse (Lagerhaus), welches sich 40 min. Laufweg von meinem Standort befand und da ich keinen Laptop dabei habe, beschloss ich, die 40 min. zielstrebig zu gehen. Allgemein kann ich sagen, dass ich in den letzten vier Monaten sehr viel gelaufen bin, was aber keinesfalls schlimm ist. Angekommen am Warehouse suchte ich das Unternehmen und überreichte, bei einem kleinen Gespräch, meinen CV und empfohl mich so für die Position. Tatsächlich, wurde ich noch am gleichen Abend angerufen und der Supervisor, also der Vorarbeiter, rief mich an und bot mir Probearbeit für den nächsten Tag an.
Jedoch verlief die Probearbeit, subjektiv gesehen, nicht so erfolgreich, ich erschien zwar 10 Min. früher und nutzte die Zeit, um mit den Angestellten, die wohl gerade Pause hatten, zu reden, allerdings befand sich während meiner Probearbeit ein Asiate neben mir, denn ich in Sachen Schnelligkeit nicht überbieten konnte. Bei Showpo, so heißt der Arbeitgeber, handelt es sich um einen Onlineshop für Frauenbekleidung. Meine Aufgabe bestand darin, dass ich die Kleidung aus ihrer Schutzfolie herausnehme und diese dann, zusammen mit einer „Dankeschön-Nachricht“ und dem Bestellschein, einzupacken. Da aber der Chinese ein Tempo vorlegte, dem ich selbst unter größter Anstrengung nicht nachkommen konnte, hackte ich denn Job schon kurz danach ab. Ich traf an dem Tag noch Jacqueline aus Brisbane auf einen Kaffee und ging die nächsten Tage wieder auf Jobsuche. 

Jacqueline aus Bayern

  Währenddessen hatte ich auch keine Zeit, die Großstadt Sydney großartig zu inspizieren. Allerdings fühlte ich mich wohl, wieder in einer Großstadt zu sein. Sydney ist zwar nicht die sauberste Stadt und auch nicht die freundlichste, jedoch beinhaltet sie viele Menschen, es ist immer was los und hat seinen ganz eigenen Charme.

Als ich am 24. Dezember Tobias treffen wollte, der an dem Tag in Sydney angekommen ist und mich fragte, ob wir uns nicht in der Stadt treffen sollten, erreichte mich ein unerwarteter Anruf. Der Anrufer war Martin, Supervisor bei Showpo, und sagte mir, dass meine Leistung beeindruckend war und er mich gerne in seinem Team haben wolle. Natürlich sagte ich zu und war somit glücklicher angestellter von Showpo.com!

Arbeiten bei Showpo
 
Beflügelt verbrachte ich Weihnachten mit Tobias, Seinem temporär mitreisenden Mönchengladbacher Niklas und meiner Bekannten Anna. An Weihnachten, den 25.12, also dem australischen Weihnachtstag, wollten wir zusammen zum Stand um dann dort einen Barbecue zu haben und sich zu betrinken- Typisch australisch. Doch am Weihnachtstag überraschten uns der Dauerregen und somit war das Barbecue am Strand eher ein Reinfall, allerdings haben wir es durchgezogen. Während der ganzen Zeit ist sowieso keine Richtige Weihnachtsstimmung aufgekommen, da dafür einfach die Familie, das kalte Wetter und der Glühwein fehlt. Komisch wie man Schmuddelwetter, kalte gefrorene Finger, warme Heizungen und gestresste Menschen vermissen kann.
Nach Weihnachten verbrachte ich meine mit Arbeiten, ich schlief einige wenige Nächte bei Tobi im Auto, wofür ich mich nochmal bedanken möchte und was überraschend bequem war und mietete mir danach ein Zimmer in Newtown, was zwar billig aber auch unglaublich dreckig war. Außerdem betrug der Fußweg zur Arbeit nun eine Stunde hin und wieder eine Stunde zurück, aber wie gesagt es war billig und das gute an einem schon verdreckten Haus ist, dass man nichts putzen muss. 

Und das ist noch harmlos

Anderes Thema: Silvester in Sydney, wie isset denn?
So oder so ähnlich wurde ich oft gefragt und alle erwarteten eine Ode an das Silvesterfest in Sydney, jedoch muss ich sagen, dass ich es mir besser vorgestellt habe.
Zusammen mit der ganzen Campertruppe suchten wir schon Tage zuvor einen Platz, der einen optimalen Blick auf die Brücke und das Feuerwerk freigibt. Der beste Platz ist zweifelsohne der botanische Garten, allerdings muss man sich schon um 5 Uhr Morgens, kein Witz(!), anstellen um in den Park zu kommen.
Also beschlossen wir in den Lavender Park zu gehen, der eine erstaunlich gute Aussicht auf die Brücke besaß. Freunde von Tobi machten sich schon am vorherigen Abend auf dem Weg um am Park zu schlafen und sich am Morgen einen guten Platz zu sichern. Wir dagegen, also Tobi und ich trafen uns um 10 Uhr an einem „Liquor Store“, einem Laden der Alkohol anbietet, da Australier ihren Alkohol nicht im Supermarkt kaufen können und kauften dort den halben Laden leer. Nur das billigste Bier kam uns in die braune Tüte! Zur Feier des Tages kauften wir uns auch einen Malibuverschnitt und zogen mit einem Rollkoffer voller Alkohol los. Wir saßen also Mittags schon am Park und öfneten unser erstes Bier. Danach hieß es warten, aufdringliche Asiaten von unserem Platz verscheuchen und den Alkohol vor der Polizei verstecken. Das war mehr wie Krieg, als ein toller Feiertag. Kurz vor 12 Uhr wurde es hektisch und wir mussten nun mit Handtüchern und Campingstuhlbarrikaden um unseren Platz kämpfen. Während Tobias schon 5 Minuten vorher den Countdown anfing und diesen Witzes auch nicht müde wurde stellten wir uns nah an die Abstellung und zogen unsere Handys und Kameras. Als das Feuerwerk anfing lies ich vor Aufregung und vor Bequemlichkeit meinen vollen Becher auf Tobis Füße fallen, was er mit einem lauten Schrei zu Kenntnis nahm. Wow, was für ein Feuerwerk, es ging ganze 13 Minuten. Es war schon schön aber man wartet von 7 Uhr Morgens auf einer Wiese und wehrt sich gegen aufdringliche Leute um ein mittelmäßiges Feuerwerk zu betrachten, das nicht mal 15 Minuten dauert. Das Beste war da noch die Brücke, die allerdings nicht dauerhaft gefeuert hat, jedoch war der alljährlich bekannte Funkenregen, der unter der Brücke auftritt, schon eine sehr feine Sache. Abschließend kann ich festhalten, dass ich Silvester in Sydney gefeiert haben aber ich brauche es nicht unbedingt nochmal. 

Meine Sicht auf die Harbour Bridge








Mittlerweile habe ich mich jedoch in der Großstadt Sydney eingelebt und fühle mich hier sehr wohl. Ich wechselte am 06.01 in ein Hostel in Glebe, einem Studentenviertel in Sydney, und habe mich hier für 6 Wochen zu einem Spottpreis eingebucht. Ich lebe in einem 4-Bett-Zimmer, mit einer eigenen Dusche und Toilette für jedes Zimmer, mit einem Fernseher, mit einem Pc, mit einem Kühlschrank und einer Spüle. Außerdem gibt es gratis Trockner und Waschmaschinen, sowie einer Gemeinschaftsküche auf dem Dach. Meine Mitbewohner sind zwei Engländer und ein Ire, sodass ich den ganzen Tag englisch spreche. Außerdem verstehe ich mich mit allen sehr gut und gehen auch mal öfter einen Trinken oder an den Strand,meist jedoch mit Paul (25) aus Norwich.

Cooge Beach

Unterwegs mit Paul

Die Wiese vor dem Strand ist wohl beliebter

Mittlerweile ist auch der Alltag eingekehrt, ich geh zu Arbeit, wo mich die Leute mögen und die Couriere beneiden, da ich mit so vielen schönen Frauen zusammen arbeite. Abends wird dann noch eingekauft, gekocht, sport gemacht oder gelesen und dann ist der Tag auch schon vorbei. An meinen Wochenenden gehe ich feiern, zum Strand oder habe ein Barbecue in unserem Lieblingspark, dem kleinen Centralpark.
Eine weiter tolle Sache ist, dass man hier in Sydney kostenlos eine Büchereimitgliedskarte bekommen kann und so versuche ich durch das Lesen schwieriger Bücher mein Englisch zu verbessern, da dass Vokabular von Büchern nochmal um einiges fordernder ist.
Mir gefällt es hier gut und mein Bankkonto füllt sich langsam wieder, da ich recht sparsam lebe und so überlege ich, ob ich hier noch etwas länger bleiben soll und dann wieder die Ostküste hochfahre, bevor ich dann nach Neuseeland, Asien und Russland bereise. Vorher jedoch gehe ich noch auf mein Eminemkonzert und spiele zurzeit mit dem Gedanken mir Tickets für die Formel 1 in Melbourne zu kaufen.
Zwar war die Entscheidung nach Sydney zu gehen irrational, dumm und nicht nach Plan, allerdings war diese Entscheidung genau die Richtige. Außerdem Weiß ich jetzt, dass ich alles erreichen kann, wenn ich mich nur genug Anstrengend. Eine Weisheit, die ich jedoch lieber schon vor der Oberstufe erkannt haben sollte. Mal sehen was die Zukunft noch bringt. 

Schnell wie der Blitz- Mit Skateboard und Negerbräune

CentralPark





Die Weihnachtsgeschichte auf einer Kirche



Chinatown

Darling Harbour


 P.S. Rechtschreibung prüfe ich morgen, wenn ihr fehlerfreie Texte wollt, dann kauft euch ein Buch ;)

Dienstag, 7. Januar 2014

Gladstone und Rockhampton ( 08.- 16. 12)

Ich buchte mir am Sonntag ein Ticket nach Gladstone. Eine Industriestadt, mit ca 30.000 Einwohnern. Gladstone ist geprägt durch den Kohleabbau, den Gewinn von Erdgas und den damit verbunden Hafen. Laut Alex, aus Bundaberg, gäbe es dort eine Vielzahl an Arbeitsplätzen. Ich dachte mir, wenn ich jemanden Vertrauen würde, dann Alex. Ich nutzte den Morgen für ein ausgiebiges Frühstück mit Ruymam und bereitete mir ebenfalls ein paar Sandwiches für die Fahrt vor, denn das Frühstück war im Hostel kostenlos mit einbegriffen. Dieses bestand in den meisten Hostels aus Toast, mit verschieden Aufstrichen und Kornflakes, dazu gab es meist einen Durchlauferhitzer für Wasser, sodass man sich Tee und Kaffee machen konnte.
Nach dem Essen checkte ich aus, aber verweilte noch ein paar Stunden in dem Gemeinschaftsbereich und schrieb Couchsurfinganfragen, sodass ich in Gladstone keine Unterkunft bezahlen müsse. Dazu kam noch, dass es dort nicht mal ein Hostel gab. Man schreibt also die Leute an, erzählt von seinen Gemeinsamkeiten und kopiert diesen Text dann unzählige Male und sendet es, natürlich mit vorher geänderten Namen, an alle Leute die zu finden sind. Allerdings bevorzugte ich eher alte Leute, da diese die besseren Kontakte haben und ich so vielleicht einfacher Arbeit finden konnte.
Ich klappte meinen kleinen Laptop zu, verabschiedete mich von Ruymam, der noch am selben Tag, per Anhalter, nach Süden fahren wollte, und ging vor die Tür, wo ein kleines Bus stand. Die meisten Hostels bieten ebenfalls einen solchen Bus an, mit denen die Gäste zur Stadt oder zur Busstation gebracht werden. In meinem Fall war es Letzteres und so erreichte ich nach ca. 10 Minuten bequem den Couchterminal von Hervey Bay. Nach eine kurzen Wartezeit, stand mein Greyhound-Bus ebenfalls dort und ich betrachtete, während der Fahrer eine Pause machte, mein neues Gefährt. Ein großer roter Reisebuss mit Klimaanlage, Ledersitzen, USB-Schnittstellen zum Aufladen und WLAN, was will man mehr! Während der Bus dann endlich in Bewegung kam, nahm ich meinem Laptop wieder raus und schrieb an meinem Blog, da ich schon damals einiges nachzuholen hatte. Während ich schrieb und surfte bemerkte ich auf Couchsurfing.com, dass mich jemand eingeladen hat, bei ihm zu verweilen. Er hieß Mike Koens und war 58, lebte in Gladstone und wohnte wohl etwas außerhalb, was ich aber nicht schlimm fand. Kurz bevor ich angekommen bin, schrieb ich Mike per SMS an und fragte ob er mich denn abholen könnte, denn mir ist aufgefallen, dass er 10 Minuten Autofahrt außerhalb wohnt, aber Mike erwies sich als ein gute Gastgeber und tat mir den Gefallen. Als ich dann in Gladstone ausstieg, fiel mir auf, dass die Stadt gar nicht so hässlich war. Das Wetter war angenehm, es gab direkt vor der Bushaltestelle einen Park und überall blühten bunte Blumen und Sträucher.
Nach weiteren 10 Minuten blinkte ein kleiner japanischer Wagen, wie ihn in Australien viele fahren, und bog in die Bushaltebucht ein und kam vor mir zum Stehen. Ein älterer Mann stieg aus und stellte sich als Mike vor. Er war mir auf anhieb sympatisch und machte einen netten Eindruck, jedoch sah er doch etwas älter aus als auf seinem Bild. Wir verfrachteten meine Gepäckstücke in sein Auto und fuhren los.
Als wir gerade ein Gespräch begonnen haben unterbrach er mich, verwies auf das Lied im Radio und drehte die Lautstärke satt nach oben. Er entschuldigte sich aber sagt, dass er das Gitarrensolo absolut stark findet und er dabei immer so abgeht. Naja, jedem das seine. Danach hatte er jedoch noch Zeit für einige Gespräche und so fuhren wir zu seinem Haus.
Er lebte in einem großen Haus etwas Abseits einer Hauptstraße. Er sagte, dass es viel zu groß für ihn alleine sei und das er deswegen einen Mitbewohner und gelegentlich Couchsurfer hatte. Er erzählte mir schon zu Beginn von seiner gescheiterten Ehe, weswegen er sogar die Stadt verlassen hat und nach Gladstone gezogen ist. Dort kaufte er dieses Haus nach ein paar Jahren, da er mit seiner nächsten Lebensgefährtin, seinen und ihren Kindern zusammen einziehen wollten, allerdings scheiterte dieses vorhaben ebenfalls nach ein paar weiteren Jahren und so habe er das Haus für sich alleine.
Wir stiegen aus und ich durfte zum ersten Mal sein Haus betreten. Das Erste was ich sah, war ein riesiger Billardtisch. Innerlich feierte ich schon eine dicke Party auf diese Tatsache, während Mike mir die weiteren Räume zeigte. Ich konnte kostenlos meine Klamotten waschen und zum Abendessen gab es „leftovers“, also aufgewärmte Reste vom Mittagessen (sehr typisch in Australien), mit Rum-Gingerbeer. Ich fühlte mich sichtlich wohl.
Während des Essens, erzählte Mike davon,dass er Faltschirmspringer sei, Kampfsport machte, bei der freiwilligen Feuerwehr helfen würde und Waisenkinder betreute. Man kann es jetzt auch übertreiben, aber besonders die Tatsache, dass er mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springt, machte mich Neugierig. Bevor ich Australien verlasse möchte ich auf jeden Fall nochmal selbiges tun. Ich weiß nur noch nicht, ob es ein durchschnittlicher Touri-Tandem-Sprung wird oder ob ich einen Tageskurs, zum Erlangen der Lizenz, belege und dann mit zwei weiteren Sprunglehrern springe aber dabei, die Leine selber ziehen darf und alles alleine mache.
Plötzlich öffnete sich die Tür und Paul kam rein, ein Mann in den vierzigern und mit einem deutlichen Bierbauch. Das Bild bestätigte sich auch direkt, als sich Paul ein Bier aus dem Kühlschrank holte und sich mir danach vorstellte. Beide Herren waren sehr unterhaltsam und wir verbrachten noch einen guten Abend zusammen, spielten Billard und gingen danach schlafen.
Jeden morgen an dem ich aufwachte, war ich alleine in einem großen Haus, das einem „Fremden“ gehörte. Ich frühstückte immer ausgiebig, zog mich um, spielte manchmal eine Runde Billard. Danach jedoch machte ich mich immer auf den Weg in die Stadt. Wie? Naja... Ich ging einfach bis an die Hauptstraße und ballte meine Hand, mit dem Daumen nach oben gestreckt. Das internationale Zeichen für: „ Ich brauche eine Mitfahrgelegenheit!“
Manchmal klappte das sehr schnell, manchmal aber auch nicht. Auf diesem Wege lernte ich aber viele Leute kennen. So sprach ich z.B. mit einem Mann, der Kapitän auf einem Zugschiff im Hafen ist und einem alten Mann, dessen Frau krank im Krankenhaus lag. Dann ging ich meist in die Bibliothek und suchte, mit dem dortigen WLAN, auf Gumtree.com.au nach Jobs. Die Ausbeute war überschaubar und schon nach 3 Tagen fasste ich den Entschluss, dass die Jobsuche in Gladstone keinen Sinn macht. Das schlimmste war jedoch der 2 Stunden-Fußweg zurück zum Haus. Ich bin zwar wirklich gut im zu Fuß gehen aber der Weg war eine Qual. Außerdem halten es die Australier nicht für nötig, überall einen Fußgängerweg anzulegen. So durfte ich am Ende meiner Strecke noch ca. 20 Minuten an einem Highway entlang laufen, da es sonst keine andere Möglichkeit gab.
Aus bequemlichkeit und weil ich keinen neue Couch gefunden habe, blieb ich fast eine ganze Woche. Wir tranken viel Bier mit Paul, ich begleitete Mike an seinem freien Tag zu verschiedenen Privatleuten, die ihn beauftragt haben, er zeigte mir seinen richtigen Arbeitsplatz und ich aß das erste Mal einen „Meatpie“. Es war eine gute Zeit, die ich in Gladstone hatte, auch wenn sie nicht mit beruflichen Erfolg gekrönt wurde. Couchsurfen ist mittlerweile meine bevorzugte Unterkunftsart, da man so viele vermeintlich Wildfremde Menschen besser kennen lernt.




Deswegen, zog es mich auch weiter nach Rockhampton, dem selbernannten „Beef Capital“ (Rindfleisch-Hauptstadt). Dort leben ca. 61.000 Bewohner, die diesen Spitznahmen wohl erfunden haben, da es dort sonst nichts gab. Als ich raus gegangen bin, um diese selbsternannte Hauptstadt zu besichtigen und nach vermeintliche Arbeitsplätze zu suchen, war ich einfach überwältigt, denn ich habe noch nie so eine langweilige Stadt gesehen. Das spannendste an Rockhampton ist, wenn ein Lastwagen, beladen mit Rindern, an dir vorbeizieht. So stoppte ich am Fritzroy River und starte in einen braunen Fluss. Ich hatte nur eine Frage... WAS MACHE ICH HIER?
Warum lief meine Jobsuche nicht gut? Weil ich nicht wirklich hier arbeiten wollte. Ich wollte nicht in einer leeren, langweiligen Stadt bleiben und vor allem wollte ich an Weihnachten alleine in einer kleinen Stadt versauern und das Fest alleine verbringen. Ich wollte in die Großstadt, wo ich etwas besonderes erlebe und Silvester auf eine einzigartige Weise feiern kann. Mit anderen Worten, ich wollte nach Sydney! Aber diese Idee war einfach nur dämlich und irrational, diese Idee machte absolut kein Sinn. Ich musste mir eingestehen, dass ich einen Fehler gemacht habe, allerdings war ich fast Pleite und hatte ein Busticket. Ich saß also auf einer kleinen Mauer, trank eine Schluck und dachte eine Weile nach, ohne wirklich zu Denken.
Ich hatte zwei Optionen: Entweder ich bleibe irgendwo in Queensland und versuche einen Job zu finden oder ich fliege nach Sydney, zu einer Zeit, wo Jobs selten und Hostels besonders teuer sind und kämpfe dort ums Überleben.

Ich schaute weiter ins Leere und wog die beiden Optionen ab, obwohl ich eigentlich schon wusste, welche Wahl ich treffen werde. Ich sah meine Zukunft nicht in Rockhampton, ich wollte einfach nur nach Sydney. Noch an Ort und Stelle holte ich mein Handy hervor und googelte nach dem billigsten Flug nach Sydney. Ich sah, dass der billigste Flug am nächsten Tag geht, für 100€ würde ich eine Flug von Rockhampton nach Sydney buchen können. Ich versäumte keine weiter Minute und ging zurück zu Wohnung, wo sich mein Laptop befand. Ich buchte die insgesamt zwei Flüge und ging mit gemischten Gefühlen ins Bett. Einerseits war ich glücklich, andererseits wusste ich, dass ich gerade auf die Überholspur in Richtung Armut gezogen habe. Also lief ich am Dienstag die ca. 3 Km zum Flughafen Rockhampton, bei 30 Grad, denn ich sehe es nicht ein, die 4 Dollar für einen Bus zu bezahlen, da ich doch 2 gesunde Beine habe. Angekommen wartet ich gepannt darauf, dass mein Flug freigegeben wir und am Abend ging ich dann endlich auf dem Flughafenfeld in Richtung Flieger. Das Flugzeug wurde von der Abendsonne umspielt und glänzte in einem anmutigen Licht, ich musste sofort grinsen, ich hatte die Sonnenbrille auf, die Sonne lachte mich an, vor mir stand ein majestätisches Flugzeug, die Stewardess begrüßte mich und ich wusste, dass ich das Richtige mache. Noch dazu liebe ich es zu fliegen, ich finde es geil wenn die Triebwerke aufheulen und ein mehrere Tonnen schweres „Ding“ in die Luft hebt. 


Nach Eis, Bier und einem Zwischenstopp in Brisbane, erreichte ich den Luftraum über Sydney. Während ich im Fernseher die Auslosung der Champions League sah, erschienen unter mir Lichter, viele Lichter, ein Meer aus Lichtern, ich war über Sydney. Endlich befand ich mich wieder in einer Großstadt. Jetzt heißt es wirklich: Get rich or die tryin`!